Sonntag 19.45 Uhr ein riesiger Rauchpilz über dem Einsatzort

Dieser Müllberg brannte und musste abgetragen werden

Von allen Seiten wurde Wasser in die Flammen gepumpt

Löschangriff über die Drehleiter

Ein Bagger öffnete die Außenhaut der Halle

Das HLF 24/50 der BF Hannover im Schaumangriff

 

 

Mit Radladern wurde der Müll ausgelagert

 

Die Förderstrecke von der Weser

 

Einsatzleiter Volker Brinkmann

21.07.2009

Großbrand bei Weserrecycling in Drakenburg

260 Einsatzkräfte im Dauereinsatz

Drakenburg. Sonntag, 19.27 Uhr in Drakenburg heulen die Sirenen und die Funkmeldeempfänger piepen. Die Rettungsleitstelle meldet Industriebrand in Drakenburg, Verdener Landstraße. Schon kilometerweit ist ein riesiger schwarzer Rauchpilz zu sehen. Wenige Minuten nach der Alarmierung trifft das Tanklöschfahrzeug Drakenburg an der Einsatzstelle ein. Die große Lagerhalle der Weserrecycling steht im Vollbrand. Sofort werden alle Ortswehren der Samtgemeinde Heemsen, dass sind die Ortswehren Anderten, Drakenburg, Gadesbünden, Haßbergen, Heemsen und Rohrsen  sowie die Ortsfeuerwehren Nienburg, Holtorf und Erichshagen/Wölpe alarmiert. In der Halle die eine Größe von 65m x 30 m hat lagern riesige Mengen an Kunststoffmüll, Altpapier und Holz. Sonderstoffe, Farben und Lacke sind nicht dabei. Gemeindebrandmeister Volker Brinkmann übernimmt die Einsatzleitung und fordert sofort den ABC – Zug an. Wegen der starken Rauchentwicklung führt der ABC – Zug Messungen durch. Die dunkle Wolke wird in Richtung Osten getrieben. Vorsorglich werden die Nachbarkreise Soltau – Fallingbostel, Verden und Region Hannover informiert. Auch hier werden Messungen durchgeführt. Doch alle Messergebnisse liegen unterhalb der Grenzwerte, so dass für die Bevölkerung keine Gefahr besteht. Über Rundfunk wird die Bevölkerung gebeten vorsorglich Fenster und Türen zu schließen. Probleme bereitet zunächst die Löschwasserversorgung. Die Tanklöschfahrzeuge schafften im Pendeldienst Wasser aufs Werksgelände. Derweil wurde eine Förderstrecke über 1,2 Kilometer von der Weser aufgebaut. Für die Wasserförderung über lange Wegstrecken wurden die Schlauchwagen aus Steimbke (SW 1000) und Münchehagen (SW 2000) angefordert. Kameraden der Ortswehren Sonnenborstel und Stöckse unterstützten bzw. lösten die Steimbker Einsatzkräfte ab. Durch einen Tunnel wurde die Förderstrecke unter der Bahnstrecke Hannover – Bremen hindurch geführt zum Werksgelände. Der Bahnverkehr der direkt am Werksgelände vorbei führt war durch den Brand nicht beeinträchtigt. An der Weser wurden vier TS – Pumpen in Stellung gebracht. Vier B – Leitungen sorgten dann für ausreichend Wasser. Die Einsatzstelle wurde in zwei Brandabschnitte aufgeteilt. Zur Unterstützung wurden die Ortswehren Wietzen und Buchhorst – Behlingen – Mehlbergen, sowie die Drehleiter Liebenau angefordert. Die Ortswehr Wendenborstel sorgte mit ihrem Beleuchtungsanhänger für ausreichend Licht bei der herein brechenden Dunkelheit. Die TEL hatte inzwischen die Einsatzleitung von der ELO übernommen. Die Berufsfeuerwehr Hannover unterstützte die Löscharbeiten mit einem HLF 24/50 mit 6 cbm Schaummittel. Bis in die Mittagsstunden des Montags pumpte dieses Fahrzeug über seinen Wasserwerfer Schaum in die Halle. Vom Industriepark Nienburg und Oxxynova wurden weitere 12 cbm Schaum per Abrollbehälter an die Einsatzstelle gebracht. Das THW rückte mit Radladern und Baggern an, um den Müllberg auseinander zu ziehen. Mit einem Werkseigenen Spezialbagger wurde die Außenhaut der Halle an der Westseite zur Bahnstrecke geöffnet um an die Flammen heran zu kommen. Ab 23.00 Uhr haben drei Radlader vom THW und von der Mülldeponie Nienburg pausenlos den Müll aus der Halle gefahren und auf Freiflächen gelagert. Wegen der Rauchentwicklung trugen die Fahrer Atemschutzmasken. Gegen 22.00 Uhr wurde am Sonntagabend der Verpflegungszug der Feuerwehr Wietzen alarmiert. Gegen Mitternacht stand die erste Kaltverpflegung für die Einsatzkräfte bereit. Das auslagern des Brandschutt dauerte bis in die Abendstunden des Dienstag. Ständig musste der Schutt mit Schaum und Wasser benetzt werden, weil immer wieder Glutnester aufflammten. Zu Spitzenzeiten waren 263 Einsatzkräfte von Feuerwehr, THW, DRK und Polizei im Einsatz. Am Montagmorgen wurden die ersten Kräfte ausgetauscht. Dienstmorgen löste die Kreisbereitschaft Süd erschöpfte und ausgepowerte Feuerwehrleute ab.

In regelmäßigen Zeitabständen fanden im Bürogebäude der Firma Lagebesprechungen mit Kreisbrandmeister Bernd Fischer, Abschnittsleiter Wolfgang Müller und Einsatzleiter Volker Brinkmann, sowie den Führungskräften der Einheiten, der Polizei und dem Landkreis statt.

Das zuständige Fachkommissariat der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg hat die Ermittlungen aufgenommen, konnte aber noch keine Angaben über Ursache und Schadenshöhe machen. Am Dienstagabend waren immer noch 130 Einsatzkräfte im Einsatz, die mit dem Abbau der Förderstrecken begannen.In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch kontrollierte eine Nachtwache mit etwa 30  Feuerwehrleuten die Einatzstelle.

Text und Fotos: Uwe Schiebe, Kreispressewart Nienburg - Nord     

 

Die eingestürzte Lagerhalle

Ständig wurde Wasser in die Halle gepumpt

 

4 TS - Pumpen waren seit Sonntagabend im Dauereinsatz

Ein Anblick wie auf dem Schlachtfeld

Die TEL hatte alle Fäden in der Hand