27.05.2013

Großbrand in Tischlerei fordert die Feuerwehr über Stunden

Warmsen. Ein Großbrand vernichtete am Montagabend Bereiche der Werkstatt, der Ausstellungsräume und des Bürotraktes der Tischlerei Strohrmann an der Mindener Landstraße in Warmsen. Um 17:37 Uhr erfolgte die Alarmierung der ersten Feuerwehrkräfte, nachdem Mitarbeiter der Tischlerei den Brand der Leitstelle über Notruf gemeldet hatten. Alle Mitarbeiter und Bewohner konnten den großen Gebäudekomplex unverletzt aus eigener Kraft verlassen, nachdem erste Löschversuche ohne Erfolg blieben.

Als die ersten Kräfte aus Warmsen, Bohnhorst, Sapelloh, Großenvörde, Brüninghorstedt, Lohhof und Uchte den Einsatzort erreichten, schlugen schon Flammen aus dem Dach. Es erfolgten umgehend Nachalarmierungen für die Drehleiter aus Liebenau und den Teleskopmast aus Lahde, um das Feuer auch von oben bekämpfen zu können.

Rasend schnell breitete sich das Feuer in den verschiedenen Gebäudebereichen aus. Von außen und im Innenangriff unter Atemschutz galt es in drei Brandabschnitten eine Ausbreitung zu verhindern. Zur Unterstützung wurden weitere Kräfte aus Diepenau, Essern, Steinbrink, Stolzenau, Nendorf und Münchehagen angefordert.

Aus verschiedenen Unterflurhydranten und Bohrbrunnen im weiten Umkreis, und sogar aus einem Schwimmbecken in der Nachbarschaft, bauten die über 200 Einsatzkräfte eine Wasserversorgung auf. Dafür waren mehrere Kilometer Schlauchleitungen zu verlegen, um die Wasserversorgung sicher zu stellen. Zusätzlich sorgten sieben Wasserfässer, die von Schleppern gezogen wurden, für ausreichend Löschwasser an der außerhalb der geschlossenen Bebauung liegenden Brandstelle. Aus 14 C-Strahlrohren und zwei B-Rohren wurde zeitweilig Wasser in das Feuer gespritzt. Gegen 20 Uhr war der Brand unter Kontrolle, so dass eine weitere Ausbreitung und ein Übergreifen auf die benachbarten Bereiche mit einem Wohnhaus, der Maschinenhalle und den Lagerhallen verhindert werden konnten. Aufgrund  des Löschwassers und der starken Rauchentwicklung ist das Wohnhaus bis auf weiteres erst einmal unbewohnbar, die beiden älteren Bewohner konnten bei Verwandten untergebracht werden.

Als Aufwendig und Zeitintensiv gestalteten sich die anschließenden Nachlöscharbeiten. In den teilweise mehrstöckigen Räumlichkeiten fand das Feuer immer wieder Nahrung in den eingelagerten Materialien, sowie in den Zwischendecken und den Isolierungen. Erschwerend kam hinzu, dass ein Betreten nicht mehr möglich war. Nur von außen konnten die Brandnester abgelöscht werden.

Zum Einsatz kam auch die Rufbereitschaft der Feuerwehrtechnischen Zentrale des Landkreises, die für einen Austausch von Schläuchen und Atemluftflaschen sorgte. Den Rettungsdienst stellte die JUH mit einem Rettungswagen an der Einsatzstelle sicher.

Während der gesamten Löscharbeiten blieb die unmittelbar an der Tíschlerei vorbeiführende Kreisstraße für den Verkehr voll gesperrt.

Zur Schadenhöhe und Ursache dauern die Ermittlungen der Polizei noch an.

 

Text  & Fotos: Martin Möhring, KPW - Nienburg - Süd